Fane Alm - Ort der Hoffnung
Fane Alm - Ort der Hoffnung

Fane Alm

Ort der Hoffnung

Wer das Almdorf Fane Alm am Ende des Valler Tales heute besucht, könnte meinen, die Menschen im Mittelalter hatten damals schon touristische Visionen. Die kleine Gruppe von Hütten und Schänken auf 1.740 m ist heute nicht nur während des jährlichen Fane Festes oder alle zwei Jahre beim großen Milchfest Ziel von etlichen Wanderungen, sondern gehört schlicht und einfach zu den „Must-See“s der Ferienregion Gitschberg Jochtal. Wer das Kirchlein mit den drei bewirtschafteten Hütten am Fuß der Pfunderer Berge nicht besucht hat, war nicht wirklich in Gitschberg Jochtal. Man kann nicht nach Paris fahren und den Eifelturm „vergessen“.  

Die Pest in Europa

Zuflucht in der Fane Alm

Allerdings waren es nicht touristische Visionen, die das kleine Dorf mit der großen Geschichte entstehen ließen. Die Geschichte ist eine viel traurigere, aber gleichzeitig eine voll von Hoffnung und Zuversicht.

Der Schwarze Tod, ein Begriff für die durch das Bakterium Yersinia pestis hervorgerufene Seuche, machte im Mittelalter auch nicht vor dem heutigen Südtirol halt. Über die Handelsrouten wie der Seidenstraße breitete sich die Pandemie auch in Europa aus und verursachte vor allem Mitte des 14. Jahrhunderts den Tod von Millionen von Menschen. Die Ärzte der damaligen Zeit waren ratlos. Keine der Behandlungen zeigte Wirkung, das Prinzip der Ansteckung war der Medizin noch völlig unbekannt und eine Ansteckung von Tier zu Mensch unvorstellbar.

Auch die Einwohner des Valler Tales fürchteten das Fieber und die merkwürdigen Beulen, die zum schnellen Tod führten. Die Idee, Zuflucht vor der Seuche ganz oben weit weg von den Verkehrswegen unten im Tal zu suchen, kam den einfallsreichen Bewohnern sehr bald. So bildete sich direkt am Fuße der Pfunderer Berge das heutige Almdorf Fane Alm, ein Ort, den heute kein Architekt mit noch so profilierten Feng Shui Kenntnissen besser planen könnte. Hier fließt das Chi nicht nur im wilden Valler Bach und seiner Klamm. Ob durch Zufall, Glück oder sogar himmlischen Schutz…niemand kann das heute mit Sicherheit sagen, aber die Menschen überlebten in dieser alpinen Siedlung und blieben lange dort. Erst als die Seuche aufgehört hatte, unten im Tal zu wüten, kehrten sie wieder dorthin zurück. Das Almdorf blieb zurück und veränderte sich seitdem nur wenig. 

Erst Jahrhunderte später entdeckte der Schweizer Arzt Alexandre Yersin den Pesterreger und machte sie als bakterielle Infektionskrankheit fest, die vor allem durch Ratten und andere Nagetiere auf Flöhe und Menschen übertragen wurde.

Eine Erkenntnis, die für die Menschen im Mittelalter leider viel zu spät kam. Zum Glück hatten die Valler damals schon ihre Fane Alm, das schönste Almdorf Südtirols. Was heute wie ein Freilichtmuseum aussieht, ist nicht nur eine Alm mit Landwirtschaft und urigen Almhütten zum Einkehren, sondern vor allem ein Ort der Hoffnung und Symbol der märchenhaften Widerstandskraft seiner Bewohner. 

Text: Sascha Russotti

Bild Header/Banner: © Alex Filz zur Verfügung gestellt durch Tourismusverein Gitschberg Jochtal
Bilder Fotogalerie sowie Retro-Bild Fanealm: © Sascha Russotti

Zur Fane Alm über den Rotensteiner Höhenweg

Ein wunderbarer Weg, um die Fane Alm zu erreichen ist der Rotensteiner Höhenweg.

So geht's:
Mit Auto oder Bus zur Kabinenbahn Jochtal in Vals. Von der Jochtal Bergstation folgen Sie der Beschilderung „Rotensteiner Höhenweg“. Dieser panoramareiche Alpinweg Nr. 9 bringt Sie in ca. 2 h 40 min in das idyllische Almdorf der Fane Alm (1.739 m). Einkehrmöglichkeit. Über den Milchsteig gelangen Sie wieder zur Kabinenbahn Jochtal in Vals.

Info: Mit der Almencard + vom Tratterhof können Sie die Bergbahn Jochtal, den öffentlichen Bus von Vals nach Mühlbach und die Verbindungsbahn Mühlbach - Meransen kostenlos benützen. Somit benötigen Sie für diese Wanderung nicht unbedingt ein Auto.

Zur Fane Alm über den Leitensteig

Starten Sie direkt vom Tratterhof zur Fane Alm.

So geht's:
200 Meter oberhalb des Hotels auf der linken Seite folgen Sie der Beschilderung „Leitensteig/Vals“. Der urige Steig verläuft durch den Wald nach Vals bis zur Talstation der Jochtal Kabinenbahn. Von dort wandern Sie gemütlich zur Kurzkofelhütte taleinwärts. Dort finden Sie den Einstieg zum Milchweg. Dieser führt Sie zum Almdorf der Fanealm. Für den Rückweg nehmen Sie denselben Weg zurück bis zur Talstation der Kabinenbahn, wo Sie mit der Almencard+ den für Sie kostenlosen Bus nach Mühlbach nehmen. Die Busse fahren im Stundentakt. In Mühlbach angelangt, nehmen Sie die Seilbahn zurück nach Meransen.

Impressionen vom Tratterhof

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